So meine lieben Muggle - , oder auch nicht muggeligen, Freunde!
Bevor ich mit allem Anfange, oder besser bevor ich euch mit in meine Gegenwart nehme, würde ich gerne zunächst etwas über mich und meine Familie berichten. Im Verlauf des Journals werdet ihr euch sonst nur immer wieder wundern. Außerdem ist heute ein Jubiläum, wenn auch ein eher trauriges. Heute möchte ich erklären wie ich nach Hogwarts kam, wie ich mich fühlte und was ich davor den ganzen Tag so getrieben habe. Also ein richtig schöner Flashback.
Wo beginnen wir? Ah genau, bevor ich nach Hogwarts kam. Wer war ich? Und wie war ich? Also um es euch leicht zu machen ich war ein absolut glückliches Kind, keine grausame Vergangenheit die sich viele vielleicht von mir erwartet haben, im Gegenteil. Klein Fili hat seit ihrer Geburt eine Gabe, die man in der magischen Welt als Metamorphmagus-Gabe abtut, für normale Muggle aber doch eher erschreckend wirkt, doch meine Eltern waren es gewohnt. Sie hatte nämlich damit rechnen können, da es sich dabei hauptsächlich um ein genetisch bedingten Gendefekt handelt, den bereits mein Vater hatte. Dabei kann die Person ständig ihr Aussehen verändern, wie weit das geht ist unterschiedlich je nach Begabung. Mein Vater war ein Genie! Jedenfalls in meinen Augen, im Gegensatz zu mir konnte er nicht nur seine Haare und Augen verändern, sondern sein gesamtes Gesicht. Ab und zu hat er sich sogar eine Schweinenase wachsen lassen, nur uns aufzumuntern. Mich und natürlich meine Mom, die für mich ihre Karriere aufgegeben hat im Ministerium. Als sie erfuhr, dass ich eine Metamorphmagus war, hatte sie sich darauf konzentriert mich zu unterrichten und mir eine möglichst angenehme Kindheit zu ermöglichen. Ich war ein kleiner Sonnenschein und gewöhnte mir schon bald an immer unter Muggle braune Haare anzunehmen, während mein Vater und ich zuhause einen Wettstreit darin gaben, wer wohl die nächste lustige Farbe fand.
Bei uns war nie schlechte Laune, das war eines der obersten Gesetze: Wenn es jemanden schlecht geht wird er sofort aufgeheitert. Kam mein Vater abends erschöpft nachhause, nachdem er mehrere Tage außer Haus verbracht hatte und erfolglos war, gab es sein Lieblingsessen: Apfelküchlein. War meine Mutter traurig, weil mein Vater nicht da war, so machte ich immer etwas albernes um sie auf zu muntern und meistens brachte mein Vater meiner Mutter und mir Geschenke mit.
Es war auch ein Haufen Unfug dabei, das lustigste war eine Muggle-Uhr, bei der ein Kuck-Kuck immer anfing ein Lied zu pfeiffen, wenn es gerade zur vollen Stunde schlug. Diese Uhr verschwand auf unerklärliche Weise, ich denke meine Mutter hat sie irgendwann entsorgt, denn bei aller Liebe, es war furchtbar.
Als ich also nach Hogwarts kommen sollte war ich eher unglücklich als wie alle anderen freudestrahlend. Heute weiß ich auch wieso das so war. Es lag nicht nur an meiner Kindheit, von der ich wünschte sie würde niemals enden, viel mehr war es dieses ungute Gefühl als ich mich von meinem Vater verabschiedete, als hätte ich gewusst, dass wir uns nicht mehr wiedersehen würden. Meine braunen Augen starrten in seine blauen als er sich zu mir beugte und leise flüsterte: „Gib dein Bestes. Denk dran: Der sprechende Hut sucht nie das falsche Haus aus, also stell ihn nicht in Frage. Und zu Weihnachten sehen wir uns wieder, dann musst du mir alles ganz genau berichten.“ An diesem Tag fing ich an alles, einfach alles, zu notieren, damit ich auch nichts vergessen würde. Meine Mutter hatte eine Träne im Gesicht, sie war traurig, weil ich ging, aber sie freute sich für mich und wünschte sich sicher, dass ich dort Freunde finden würde.
Und tatsächlich fand ich Freunde, gute Freunde. Meine Füße trugen mich direkt an ein Abteil, ich fühlte mich unsicher, weil ich nicht wusste wer dort saß und ob ich einfach so herein platzen konnte, wo ich doch kaum Kontakt gehabt hatte zu Gleichaltrigen. Wie ich heute sagen darf konnte ich von Glück sprechen, denn in dem Abteil saßen ein paar bekannte Persönlichkeiten, die ich nie zuvor persönlich kennenlernen durfte. Ich hatte gerade meine Frage formulieren wollen, da rief der etwas ältere Junge mit den türkis farbenen Haaren ich solle mich doch einfach setzen. Das war mir so peinlich, doch ich folgte seinem Ratschlag, ohne weiter darauf einzugehen. Ich setzte mich also neben einen der schwarzhaarigen Jungs der eine Brille trug und grüne Augen hatte, sein Blick glitt über ein Buch, dann kurz zu seiner Nebensitzerin und zu seinem Bruder, dann bemerkte er ganz nebensächlich: „Deine Haare, sie sind schwarz.“
Ich war leicht verwirrt, da er mich nicht direkt ansah und sein Bruder der ihm gegenüber saß genauso wie er schwarze Haare hatte. Verwirrt sah ich ihn an, hatte er tatsächlich eben erst festgestellt, dass sein Bruder die selbe Haarfarbe hatte wie er?
„Er meint dich!“, rief der ältere Junge lachend und deutete auf mich. Ich war mir sicher gewesen meine Haare wären braun gewesen als ich das Abteil betrat. Erschrocken starrte ich eine Haarsträhne an: rabenschwarz. Und obwohl ich die Farbe so einfach ändern konnte, war der Junge ganz ruhig geblieben.
„Wir sollten uns vorstellen.“, fügte er genauso ruhig hinzu, während er das Buch zusammen klappte und mir direkt in die Augen sah. „Albus Severus Potter, Erstklässler, der dort gegenüber ist James Sirius mein Bruder. Die Beiden Damen hier.“, er deutete kurz auf ein blondes Mädchen und eines mit roten Haaren, „Sind meine Cousinen, Rose Weasley und Victoire Weasley. Ach und der Junge mit der lustigen Haarfarbe ist Ted Lupin, nenn ihn einfach Teddy, er ist genauso wie du.“, beendete er die Vorstellung und lächelte noch immer. Völlig verdutzt und mit offenem Mund starrte ich ihn an. „I-ich he-heiße Fili-cia Alica Lovelace. Metamorphmagus.“, sagte ich leise um meine Gestalt zu erklären, doch Ted winkte leicht ab.
Sie kannte es, sie waren es gewohnt einen Metamorphmagus bei sich zu haben, das hatte Al gemeint mit, er ist genauso wie du.
Nachdem wir eine Weile über Häuser und Familien diskutiert hatten kam Ted zu dem Entschluss mir einen Tipp zu geben, der mir immer im Gedächtnis bleiben sollte: „Als Metamorphmagus hast du die Gabe dich zu verändern und ganz außergewöhnliche Formen anzunehmen. Also entscheide dich für ein spezielles Auftreten, dadurch erkennst du wer auf deiner Seite ist und wem du nicht über den Weg trauen solltest.“
Heute weiß ich wie Recht er hatte, ich trage meine Haare jetzt wenn ich in Hogwarts bin immer in Türkis, grün und blond und meine Augen violettbraun und es ist mir auch nicht mehr peinlich, wenn ich zufällig die Farbe wechsle, weil ich nervös bin. Darum trage ich meine Krawatte als Haarband, damit mich jeder sofort erkennen kann. Al und ich sind mittlerweile gute Freunde, auch wenn wir nicht im selben Haus sind, das hält uns nicht davon ab fast alles zu teilen. Übrigens habe ich am Anfang von einem Jubiläum berichtet, es ist ein Jubiläum, da mein Vater genau heute vor fünf Jahren spurlos verschwunden ist, genauso wie der Schwarzmagier, den er verfolgte. Ich will nicht glauben, dass er tot ist, ich kann es nicht glauben.
In meinem Herzen lebt er noch und irgendwann wird er zu mir zurück kommen, bis dahin will ich das er stolz sein kann auf seine kleine Fili. Seine Fili weiß, dass er sie sehr lieb hat. So, dass war's vorerst genug erzählt über früher, beim nächsten Mal möchte ich etwas von der Jetzt-Zeit berichten, von dem was mir im Moment so passiert.
Liebe Grüße eure Fili~
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen